Home About us Products Services Contact us Bookmark
:: wikimiki.org ::
Videorekorder

Videorekorder

] Videorekorder (englisch Video Cassette Recorder; VCR) sind Geräte zur Aufzeichnung und Wiedergabe von Fernsehbildern (Videosignalen) auf magnetisierbaren Bändern (MAZ, Videokassetten).

Technik

Mechanik

Mechanische Aufzeichnung

Bereits in der Anfangszeit des Fernsehens versuchten Bastler die Sendungen aufzuzeichnen. Dies gelang einigen mit Hilfe von modifizierten Schallplatten. Die geringe Bandbreite, die damaliges mechanisches Fernsehen benötigte konnte so aufgezeichnet werden. Einige Aufnahmen verwendeten sogar noch schmalbandigere Formate, wie beispielsweise 30 Zeilen bei 4 Bildern pro Sekunde. In den 1970ern startete die Firma Telefunken einen neuen Versuch der mechanischen Aufzeichnung.

Magnetische Aufzeichnung

Mit dem Aufkommen von Drahtrekordern und Tonbandgeräten (beides deutsche Entwicklungen) wurden auch Versuche gemacht, Fernsehbilder auf Magnetbändern aufzuzeichnen. ;Lineare Aufzeichnung: Der Versuch der British Broadcasting Corporation nannte sich VERA und benutzte 2 Spuren um ein 405-Zeilen Fernsehsignal aufzuzeichnen. Die Bandbreite wurde in 2 Teile aufgeteilt, die auf beide Spuren verteilt wurden. Gleichzeitig wurden in den USA Versuche unternommen, die Bandbreite auf 12 Spuren zu verteilen. :Die Probleme lagen darin, dass die hohe Bandbreite zu sehr kleinen "Bandwellenlängen" führte. Man musste sehr hohe Bandgeschwindigkeiten erreichen, um diese Wellenlängen lange genug zu machen. Die Verteilung des Signals auf mehrere Spuren löste zwar dieses Problem teilweise, jedoch traten neue Probleme elektronischer Art auf. Es ist schwierig, ein Signal so aufzutrennen, um es später wieder zusammenzufügen. :; Festplattenrekorder: Eine Abart der linearen Aufzeichnung sind Festplattenrekorder. Hier wird das Signal von einem stehenden Kopf auf eine runde, sich drehende Scheibe aufgezeichnet. In der Regel dreht sich die Scheibe einmal pro Bild oder einmal pro Halbbild. Der Kopf kann meistens auch noch schrittweise nach innen oder außen bewegt werden, um mehrere Kreise (Spuren) mit unabhängigen Bildern aufzuzeichnen. Die Vorteile dieser Technik liegen im schnellen Zugriff auf jedes beliebige Bild der Platte. Mehrere Platten können diesen Zugriff noch beschleunigen. ::Festplattenrekorder konnten zwischen 30 Sekunden und etwa einer halben Stunde aufzeichnen. Kleinere Systeme wurden für die Zeitlupe bei Sportübertragungen verwendet. Größere Systeme konnten in den 1970ern sogar typische Offlineschnittaufgaben übernehmen. ::Im Photobereich wurde diese Technik bei Still-Video-Kameras verwendet. Dort wurde pro Umdrehung ein Bild auf eine 3-Zoll-Diskette aufgezeichnet. Laserdiscs verwenden ähnliche Verfahren. ::Moderne digitale Festplattenrekorder benutzen digitale Daten und normale Computerfestplatten. Sie eher mit Computern zu vergleichen. ; Andere Aufzeichnungsbewegungen: Um das Problem der hohen Bandgeschwindigkeit zu lösen, kam man unabhängig voneinander auf die Idee, nicht nur das Band, sondern auch den Aufzeichnungskopf zu bewegen. Dadurch erhöhte sich die relative Geschwindigkeit von Band zu Kopf sehr stark, und die "Bandwellenlängen" wurden praktikabel groß. :; Arcurate scan: Eines der ersten Verfahren wurde von der Firma Ampex Anfang der 1950er vorgestellt. Einige experimentelle Rekorder hatten die Köpfe auf den Deckel eines Zylinders montiert. Das Band wurde nun an diesem Zylinder vorbeigeführt, so dass der Kopf auf dem Band Kreisbögen beschrieb. Dieses Verfahren funktionierte nicht so gut, da es schwierig war, den Bandkontakt sicher herzustellen. :; Transversal scan: Ein weiteres Verfahren montierte die Köpfe auf der Mantelfläche eines Zylinders, dessen Rotationsachse in Bandrichtung zeigte. Das Band wurde dann gebogen und an diesem Zylinder vorbeigeführt. Dieses Verfahren funktionierte recht gut, und wurde im Quadruplex-Format eingesetzt. Die Spuren standen hierbei fast rechtwinklig zum Band. Pro Spur wurde immer etwa ein Dutzend Bildzeilen aufgezeichnet. Dies führt bei Störungen zu regelmäßigen Störbändern oder Störstreifen. :;Helical scan (Schrägspuraufzeichnung): Dieses Verfahren zählt wohl zu den heute beliebtesten Verfahren bei Videorekordern. Im Gegensatz zu Transversal scan stand die Rotationsachse des Zylinders beinahe senkrecht zur Bandrichtung. Die sich daraus ergebenden Spuren waren viel flacher. Dies ermöglichte längere Spuren, die Halb- oder sogar Vollbilder halten konnten, sodass die Kopfumschaltung unsichtbar in die vertikale Austastlücke des Bildsignals verlegt werden konnte. Dadurch wurde auch der Bildsuchlauf sowie die Zeitlupe möglich. ::Häufig werden hier auch mehrere Köpfe verwendet, die gegeneinander etwas verdreht sind. Dies führt zu weniger Übersprechen zwischen zwei benachbarten Spuren.

Elektronik

Modulationsverfahren

Magnetische Aufzeichnungen sind häufig sehr frequenzunlinear (nicht konstant). Hohe Frequenzen werden stärker abgespielt als niedrige. Dies muss durch geeignete elektronische Schaltungen ausgeglichen werden. Natürlich funktioniert dies nur bis zu einem bestimmten Verhältnis zwischen höchster und niedrigster Frequenz. Bei Tonbändern liegt dieses Verhältnis bei etwa 1:1000. Im Videobereich müssen allerdings Frequenzen von wenigen Hertz bis hin zu mehreren Megahertz übertragen werden. Dies entspricht einem Verhältnis von etwa 1:10.000.000, zu viel für die direkte Aufzeichnung. ;Amplitudenmodulation: Frühe Rekorder versuchten dieses Problem mit Hilfe der Amplitudenmodulation (Bearbeitung, d.h. Veränderung der aufgezeichneten Schwingungen) zu lösen. Durch den immer noch verhältnismäßig schlechten Kontakt zwischen den Köpfen und dem Band schwankte auch die Signalstärke, was sich direkt in einem veränderten Kontrast niederschlug. Eine automatische Nachregelung war sehr schwierig. ;Frequenzmodulation: Charles Anderson kam etwa 1954 auf die Idee, das Signal frequenzmoduliert aufzuzeichnen. Dieses Modulationsverfahren ist sehr unanfällig gegenüber wechselnden Signalpegeln und wird auch heute noch verwendet.

Farbaufzeichnung

Farbfernsehen war noch neu, als die ersten Videorekorder auf den Markt kamen. Deshalb wurde die Farbe erst einmal ignoriert. ; Direktfarbe: Später nutzte man die bereits vorhandene hohe Bandbreite der Videorekorder aus, um das gesamte Fernsehsignal inklusive Farbsignal aufzuzeichnen. Das Problem war hierbei die Wiedergabe. Mechanische Toleranzen ließen die Köpfe etwas ungleichmäßig gleiten, so dass eine "Ruckelbewegung" entstand. Diese führte zu einer Phasenverschiebung der hochfrequenten Anteile. Diese war beim Schwarzweiß-Fernsehen kaum wahrnehmbar, führte jedoch zu deutlichen Farbtonfehlern und in ungünstigen Fällen zum Totalausfall des Farbträgers. Um diese Probleme zu lösen, wurden so genannte "Timebase Corrector"(en) eingebaut. Dies waren zunächst Schaltungen aus Kapazitätsdioden und Spulen, die das Signal in einem kleinen Bereich zeitlich variabel verzögern konnten. Später wurde dieses Verfahren durch eine Reihe von Verzögerungsleitungen ergänzt, die je nach gewünschter Verzögerung an- oder ausgeschaltet wurden. In den 1970er Jahren wurde dieses analoge Verfahren durch digitale Speicher ersetzt. :Direktfarbaufzeichnung war bis vor kurzem im professionellen Umfeld üblich und findet sich auch heute noch in Laserdiscs. ; Herabgesetzter Farbunterträger: Image:Colour_under_spectrum.png : Da Direktfarbe sehr hochwertige mechanische Bauteile, sowie einen (damals) teueren Timebase Corrector, benötigte, suchte man nach Wegen, Farbe billiger zu realisieren. Eine einfache Möglichkeit war es, den Farbunterträger einfach in seiner Frequenz herabzusetzen (hier rot). Typischerweise liegt seine Frequenz dann bei etwa 600 kHz. Er wird direkt auf das Band aufgezeichnet, ohne nochmals moduliert zu werden. Durch die niedrige Frequenz werden Störungen aus dem Helligkeitssignal, das weiterhin frequenzmoduliert wird, vermieden. Allerdings neigen solche niedrigen Frequenzen zum Übersprechen, weshalb in sehr dicht gepackten Formaten wie VHS standardmäßig eine Rauschreduktion integriert ist, die das Farbrauschen minimieren sollte. Diese führt bei mehreren Generationen zu einem "Ausbluten" der Farben. :Einige Formate (z.B. S-VHS) verwenden spezielle zusätzliche Köpfe für dieses Farbsignal. :Praktisch alle analogen Farb-Heimvideorekordersysteme benutzen diese Technik. ; Sequenzielle Farbaufzeichnung: In einigen professionellen Formaten wie Betacam oder MII werden die beiden Farbdifferenzsignale nacheinander aufgezeichnet. Dazu werden beide Signale in einem CCD-Speicher gespeichert, und dann doppelt so schnell und hintereinander wiedergegeben. Dadurch erreicht man eine höhere Bildqualität ohne gegenseitige Störungen durch Farb- und Helligkeitssignal. CCD)]]

Tonaufzeichnung

;Längsspurton: Ursprünglich wurde der Ton auf getrennten linearen Spuren am Rand des Bandes aufgezeichnet, ähnlich wie bei Tonbändern, wegen der im Vergleich zu Tonbandgeräten meist langsameren linearen Bandgeschwindkeit in Videorekordern setzt dies jedoch der Tonqualität Grenzen, wenn die Bandgeschwindigkeit zu niedrig ist. Bis in die 1980er wurde dieses Verfahren jedoch selbst in professionellen Rekordern ausschließlich verwendet, da hier die Bandgeschwindigkeit höher liegt. Der Vorteil liegt hier besonders darin, dass jede einzellne Spur getrennt nachvertont werden kann. :In der Regel werden 1 bis 3 Längsspuren für den Ton verwendet. ;Schrägspur (HIFI-)Ton: Später zeichnete man den Ton frequenzmoduliert auf mehreren Frequenzen zusätzlich zu den Bildsignalen in der Schrägspur auf, meist mit speziellen "HIFI"-Köpfen. :Die Aufzeichnung erfolgt in der Regel auf einem FM-modulierten Träger pro Tonkanal. Dadurch wird der Frequenzgang stark verbessert. Mit diesem Aufzeichnungsverfahren ist allerdings eine Nachvertonung nicht möglich, diese muss auf den, häufig vorhandenen, Längsspuren gemacht werden. :Allerdings muss die Kopfumschaltung dann sehr genau arbeiten, weil es im Tonsignal im Gegensatz zum Bildsignal keine Austastlücken gibt, in denen man die Umschaltung "verstecken" könnte. HIFI-VHS-Rekorder zeichnen grundsätzlich neben dem HIFI-Tonsignal auch noch ein lineares Tonsignal auf, damit die Kasetten auch auf VHS-Rekordern ohne HIFI-Fähigkeit wieder abspielbar sind. :In Systemen wie Video 8 ist der HIFI-Ton vorgeschrieben, da er die Mechanik deutlich vereinfacht. Man spart sich hierbei die getrennten Audioköpfe außerhalb des Videokopfes. Dies macht auch das Laufwerk deutlich kleiner. ;Digitaler (PCM-) Ton: In einigen Formaten ist auch digitaler Ton definiert. Dieser wird in der Regel PCM-kodiert auf den Schrägspuren aufgezeichnet.

Timecode Verfahren

Zum Schneiden von Bändern ist es sinnvoll, jedes Bild individuell mit einer Nummer zu versehen, um es wieder zu finden. ;Farbkleckse: Bevor es richtige Timecodes gab, bediente man sich eines sehr einfachen Verfahrens. Der Cutter spielte das Band ab, und machte zum richtigen Zeitpunkt einen Farbklecks auf die Rückseite des Bandes. Später wurde das Band an dieser Stelle geschnitten. Dies funktioniert natürlich nur im Direktschnitt und ist auch relativ ungenau. ;Längsspurtimecode: Später mit dem Aufkommen von Digitaltechnik, zeichnete man das Timecodesignal als eine Sequenz von Tönen auf eine der Tonspuren auf. Die Verfahren wurden in der Regel so gestalltet, so dass auch ein Lesen in erhöhter Geschwindigkeit möglich ist. Außerdem kann dieser einfach nachträglich verändert werden ;Vertical Interval TimeCode: Es besteht auch die Möglichkeit, den Timecode in der Vertikalen Austastlücke aufzuzeichnen. Somit ist er auch im Standbildmodus lesbar. Außerdem ist er somit Teil des Bildes, was es ermöglicht, ihn über alle konventionellen Übertragunsstrecken ohne Zusatzkosten zu übertragen.

Digitale Systeme

Digitale Videorekordersysteme, kodieren Bild- und Tonsignale in unterschiedlichen Verfahren. Wird das Signal einfach mit der 4-fachen Farbunterträgerfrequenz mit PCM abgetastet, so spricht man vom "Composite"-Verfahren. Häufig wird allerdings das Signal bereits vor der Kodierung in RGB oder die Farbdifferenzsignale aufgeteilt. Danach werden in der Regel auch diese Signale als PCM-Signale weiterverarbeitet. Ursprünglich wurden die PCM-Signale ohne jedwede Datenkompression aufgezeichnet. Dies führte zu einer (fast) kompromisslos guten Qualität. Später wurden allerdings allerlei Verfahren angewendet, um die Datenrate um den Faktor 1:2 bis 1:100 zu reduzieren. Digitale Bandrekordersysteme werden langsam von Festplattenrekordern verdrängt, da die Kosten für Festplatten deutlich schneller sinken als für solche Bänder.

Beschreibung eines VHS-Laufwerks

Das Videorekorderlaufwerk, hier ein VHS-Laufwerk, hat die Aufgabe die Videokassette aufzunehmen, sie einzuzuiehen, das Band einzufädeln und zu transportieren. Dabei ist eine hohe Präzision notwendig. Dies betrifft besonders die Spurlage des Bandes (Tracking) sowie der Bandtransport durch den Bandservo (Capstanmotor) und den Kopftrommelservo (Kopftrommelmotor) der die Kopftrommel, genauer Kopfscheibe mit den Videoköpfen antreibt. Alle Servos werden durch einen Mikrocomputer drehzahlgesteuert. Bandservo
Abbildung Videorekorderlaufwerk von oben:
- 1: In diesem Blechkasten ist der Kopfverstärker enthalten. Dieser verstärkt den von den Video- und wenn vorhanden den von den Audioköpfen kommenden FM-Pakete.
- 2: Was hier im Vordergrund zu sehen ist, ist die Kopfscheibe mit den Video- und in unserem Fall auch Audioköpfen. Diese sind drehbar gelagert. Um die Köpfe mit den Kopfverstärker zu verbinden, kann man in diesem Fall keine Drähte oder Schleifkontakte (zu unzuverlässig) verwenden. Deshalb ist in der Kopftrommel für jeden Kopf ein Übertrager enthalten. Die Informationen werden also induktiv übertragen. Der Übertrager besteht aus mehreren ringförmigen Eisenferritkernen unterschiedlichen Durchmessers. Diese Ringe sind inneinandergelegt. Dazwischen sind die Spulen, bestehend aus sehr dünnem Kupferlackdraht (CuL), eingelagert. Mögliche Anzahl der Köpfe auf der Kopfscheibe:
- 2 Köpfe: Zwei Videoköpfe für Standardplay mit Monoton
- 4 Köpfe: Zwei Videoköpfe für Standardplay und zwei Audioköpfe für HIFI-Stereo.
- 6 Köpfe: Vier Videoköpfe für Long- und Standardplay, sowie besseres Standbild und zwei Audioköpfe für HIFI-Stereo. Nachvertonung nur in Mono.
- 7 Köpfe: Vier Videoköpfe für Long- und Standardplay, zwei Audioköpfe für HIFI-Stereo und einen Löschkopf für Videoschnitt. Nachvertonung in Mono.
- 3: Der Schachtmotor hat die Aufgabe die Kassette einzuziehen und das Band einzufädeln. (Dazu kommt noch die Steuerung zwischen den Modi des Videorekorders wie Play, schneller Vor- und Rücklauf und so weiter. Dazu treibt er einen sogenannten Mod-Schalter an.?). Des Weiteren hat er die Aufgabe die gesamte Mechanik zu steuern.
- 4: Der Löschkopf löscht alle Informationen auf dem Band, wenn man neue Aufzeichnungen vornimmt.
- 5: Die Andruckrolle ist für den Bandtransport zuständig. So eine Andruckrolle ist zum Beispiel bei Kassettenrekordern oder Tonbändern auch vorhanden.
- 6: Der Tonkopf ist zum Aufzeichnen und Abspielen des Monotones zuständig. Eingebaut ist auch der Synchronisationskopf (auch CTL-Kopf genannt). Dieser CTL-Kopf ist für das Tracking beziehungsweise zum Auffinden der Videospuren notwendig. Die vom CTL-Kopf kommenden Rechteckimpulse von 25Hz werden dazu vom Mikrocomputer verarbeitet der den Bandservo entsprechend nachsteuert. Neben dem Ton- und CTL-Kopf ist der Löschkopf für die Tonspur (schwarz).
- 7: Der Capstan (bei Kassettenrekordern auch Tonwelle genannt) wird von einem Bandservo (hier nicht zu sehen) angetrieben. Er hat die Aufgabe das Band zu transportieren. Beim einfädeln des Bandes drückt die Andruckrolle das Band gegen den Capstan, sodass er das Band antreiben kann.
- 8: IR-Sensor zur Erkennung, ob eine Kassette eingelegt ist. Die 18 ist entsprechend dazu der Sender.
- Die 9 und die 10 (Umlenkrollen) haben die Aufgabe das Band um die Koptrommel zu legen. Dabei sind die Umlenkrollen für Servicearbeiten höhenverstellbar um das Tracking einzustellen. Das Band wird so um die Kopftrommel gelegt, dass es etwa 50 % des Umfangs der Trommel bedeckt. Von oben gesehen sieht das Band dann wie ein 'M' aus. Deshalb wird dieses Verfahren auch M-Loading genannt.
- 11: Der Abwickeldorn nimmt eine Bandspule der Videokassette auf. Während des Rückspulens wird er vom Bandservo angesteuert.
- 12: Der Aufwickeldorn nimmt die zweite Bandspule der Videokasste auf. Während des Abspielens des Bandes und während des Vorlaufs und so weiter wird auch dieser Dorn vom Bandservo (Capstanmotor) angetrieben.
- 13: Führungsrillen des Kassettenschachtes.
- 14: Ein Führungsbolzen des Kassettenschachtes.
- 15: Diese Plastenase entriegelt die Kassettenklappe, die das Band schützt.
- 16: Dieser Hebel drückt die 15 nach vorne zur Entriegelung der Kassettenklappe beim einlegen der Kassette. Wenn die Kassette nach unten fährt öffnet dieser Hebel die Kassettenklappe.
- 17: Der Kassettenschacht. Er nimmt die Kassette auf.
- 18: IR-Sender zur Erkennung, ob eine Kassette eingelegt ist. Dieser ist auf einem Plastestift montiert. Dieser Plastestift entriegelt die Bandspulen der Videokassette.
- 19: Je nach Drehrichtung des Bandservos schaltet dieser Hebel zwischen Auf- oder Abwickeldorn um. Abbildung Videorekorderlaufwerk von unten: Drehrichtung

- 1: Dieser Schalter startet (und stoppt nach Kassettenauswurf?) den Schachtmotor, wenn man eine Kassette einlegt.
- 2: Getriebe für den Kassetteschacht. Nocheinmal vorhanden auf der anderen Seite des Kassettenschachtes.
- 3: Sensor zur Drehzahlmessung des Bandservos für den Mikroprozessor.
- 4: Vom Bandservo (Capstanmotor) ist hier nur der Rotor erkennbar. Unter diesem Rotor befinden sich Spulen, welche sternförmig angeordnet sind. Angesteuert und geregelt wird der Servo durch eine Pulsbreitenmodulation. Über einen Riemen ist der Servo mit einem Umschalthebel verbunden, der den Auf- und Abwickeldorn umschaltet und antreibt.
- 5: Der Kopftrommelservo ist ähnlich aufgebaut wie der Bandservo. Dieser treibt die Kopscheibe an.
- 6: Getriebe für Umlenkrollen und Bolzen, die das Band um die Kopftrommel legen.
- 7: Ein Bolzen und Umlenkrolle von unten.
- 8: Bremshebel für den Bandservo. Dieser stoppt den Servo sofort, damit beim Abstoppen der Wiedergabe oder Vorlauf und so weiter keine Bandschlaufen entstehen.

Heimvideorekorder

Die ersten Videorekorder für den Heimgebrauch kamen Anfang der 1960er auf den Markt. Ein Beispiel für einen frühen Heimvideorekorder war der Loewe Optacord 500, der auf der Funkausstellung 1961 der Öffentlichkeit vorgestellt. In Europa wurden die Formate VCR von Philips und Video 2000 von Grundig und Philips entwickelt, in Japan Betamax von Sony und VHS von JVC. Der erste Rekorder mit dem VHS-Aufzeichnungsformat war der HR-3300 von JVC, der Herbst 1977 vorgestellt wurde. Die europäischen Formate konnten sich jedoch in den USA und Japan nur schwer durchsetzen. Betamax bot zwar gegenüber VHS eine bessere Bild- und Tonqualität, scheiterte aber an der zu kurzen Laufzeit der Kassetten. Bis Ende der 1980er Jahre hatte VHS die konkurrierenden Systeme vollständig aus dem Einzelkundengeschäft verdrängt. Weitere, auch professionelle Formate findet man unter dem Begriff Videoformat.

Siehe auch


- Video, Video-Fachbegriffe, Festplattenrekorder, Videoformat

Weblinks


- [http://stsboard.de/forum3.html Videorecoder Reparatur]
- [http://www.tvhistory.tv/VCR%20History.htm Television History - The First 75 Years]
- [http://www.lionlamb.us/quad/theory.html Videotape Systems Theory]
- [http://www.lionlamb.us/quad/format.html Videotape Formats] Kategorie:Videotechnik ja:ビデオテープレコーダ

Aufzeichnung

Der Ausdruck Aufzeichnung bezeichnet:
- eine grafische Skizze
- eine schriftliche Dokumentation
- ein schriftliches Protokoll
- (plur.) "Aufzeichnungen": Tagebucheintragungen
- historische Annalen
- den Prozess einer audiovisuellen oder anderen technischen Aufnahme, (Magnetaufzeichnung =MAZ)
- eine im Unterschied zur Live-Übertragung durch eine MAZ aufgezeichnete:Programmaufzeichnung

Magnetaufzeichnung

Eine Magnetische Aufzeichnung, kurz MAZ, ist eine elektronische analoge oder digitale Aufzeichnung von Inhalten visueller, akustischer oder abstrakter Natur auf magnetische Medien, meist Magnetbändern. Magnetbändern Ähnlich wie bei der "Floppy" wurde die ursprünglich für den Informationsträger (also das Magnetband) gedachte Bezeichnung im alltäglichen Sprachgebrauch für das Aufzeichnungsgerät zweckentfremdet. In Fernsehsendern und Fernsehproduktionsfirmen sind MAZen üblicherweise Videoplayer bzw. Videorekorder, die für Schnitt oder Sendeabwicklung verwendet werden. Wenn auch technisch fragwürdig, so wird selten eine VHS-Maschine ernsthaft als MAZ bezeichnet. MAZen im umgangssprachlichen Gebrauch zeichnen sich v.a. dadurch aus, dass sie TimeCode-fähig sind, framegenau von einer Schnittsteuerung gesteuert werden können, framegenau Schnitte ausführen können, und professionelle Standards für die Signalübertragung nutzen (symmetrische Audio-Verkabelung via XLR, Übertragung des Bildes in FBAS (Composite), Komponente (YUV),oder Serial Digital Interface (SDI) über Koaxialkabel). Die Signalübertragung kann allerdings auch komplett mit SDI (embedded-Audio) erfolgen. Dabei werden das Bild-, und Ton Signal über ein einziges Kabel übertragen. Typische MAZen des beginnenden 21. Jahrhunderts passen in 19-Zoll-Schränke, sind von 2 Personen tragbar und zeichnen die Daten in Kassetten gekapselte Magnetbänder auf. Neue MAZen sind Bandlos und nutzen Festplatten als Speichermedien. Typische MAZen vor der Zeit der Kassetten zeichneten auf große offene Spulen gewickeltes Magnetband auf und verbrauchten jeweils mindestens genausoviel Fläche wie ein 19-Zoll-Schrank. Zur Vereinfachung des Transports waren sie rollbar. Im beginnenden 21. Jahrhundert gebräuchliche MAZ-Formate sind: Betacam SP, Digital Betacam, IMX, DVCAM, DV, D9, DVCpro.

Videobandformate

Bei der magnetischen Band-Aufzeichnung werden variierende Spannungen genutzt um Magnetmuster auf ein Magnetband zu übertragen. Videobänder werden beispielsweise in Videokameras und Videorekordern verwendet. Manche der genannten Formate wurden nur von einzelnen wenigen Rekordern unterstützt. Kategorie:Fernsehtechnik

Videokassette

Eine Videokassette besteht aus einer Plastikkassette, in der sich ein aufgerolltes magnetisierbar beschichtetes Plastikband befindet. Die Videokassette wird als Datenträger für Filme eingesetzt. Es existieren verschiedene Standards, Datenformate und Kassettengrößen zum Einsatz in diversen Geräten zur Aufnahme und Wiedergabe von Filmen (Videorekorder), zum Beispiel: VHS-Videokassetten für analoge Video- und Tonsignale, digitale Videokassetten wie DV und miniDV für Aufzeichnungen mittels Camcorder, etc.

Bekannte analoge Bandformate


- VHS
- Video 2000
- Betamax
- Betacam
- Video 8
- Hi8
- VHS-C
- S-VHS
- U-matic

Siehe auch

Videoformat · Videotechnik · MAZ · DVD-Video · Compact Cassette

Weblinks


- [http://www.mediaprofis.net/knowhow-10.html Die wichtigsten digitalen Bandformate im Überblick]
- [http://stsboard.de/forum3.html Reparaturtipps für Videorecoder] Kategorie:Speichermedium Kategorie:Videobandformat

Fernsehen

Als Fernsehen (auch kurz TV, vom griechisch-lateinischen Kunstwort Television) bezeichnet man im Allgemeinen eine Technik zur Aufnahme, das heißt der Abtastung und Zerlegung von Bildern an einem Ort, deren Übertragung über einen Übertragungsweg an einen anderen Ort, sowie ihrer dortigen Wiedergabe, das heißt der Zusammensetzung mit Hilfe eines Fernsehgerätes. Im Speziellen bezeichnet Fernsehen heute eine Technik, bei der die Bilder bewegt sind und zusätzlich passender Ton übertragen wird. Letzterer wird mit Mikrofonen aufgenommen und meist mit Lautsprechern wiedergegeben.

Technik

Werden lediglich Helligkeitsunterschiede bei Aufnahme und Wiedergabe der Bilder berücksichtigt, so spricht man von Schwarz-Weiß-Fernsehen. Im Unterschied dazu wird vom Farbfernsehen gesprochen, wenn auch Farbinformationen aufgenommen und wiedergegeben werden. Falls die Bilder und Töne auf einem Speichermedium, etwa einer sogenannten "MAZ", aufgezeichnet werden, können sie auch zu einem späteren Zeitpunkt, gegebenenfalls nach einer Bearbeitung, über einen Übertragungsweg gesendet werden. Das sofortige Senden der aufgenommenen Daten wird als Liveübertragung bezeichnet. Die direkte Wiedergabe der Daten vom Speichermedium, z.B. Videokassette oder DVD, an einem Fernseher ohne Übertragung über einen (längeren) Übertragungsweg zählt man im Allgemeinen nicht zum Fernsehen. Für das Fernsehen werden üblicherweise Elektromagnetische Wellen oder Spannungen in Koaxialkabeln (Kabelfernsehen) genutzt. Die Übertragung über elektromagnetische Wellen kann dabei terrestrisch (Antennenfernsehen, auch terrestrisches Fernsehen genannt) über terrestrische Frequenzen oder aber mit Hilfe von Satelliten nicht-terrestrisch (Satellitenfernsehen) über Satellitenfrequenzen erfolgen. Im Bereich des Antennen- und Kabelfernsehens ist bis heute die analoge Übertragung der Informationen üblich (analoges Fernsehen), obwohl die Aufnahme und Bearbeitung der Bilder und Töne schon seit einigen Jahren digital erfolgt. Die Umstellung auf digitale Übertragung der Daten (digitales Fernsehen) ist aber beim terrestrischen Fernsehen bereits im Gange. Beim Satellitenfernsehen ist die Umstellung auf digitales Fernsehen schon weiter fortgeschritten. Die vollständige Umstellung im Bereich des Antennenfernsehens soll in Deutschland bis 2010 abgeschlossen sein. Zum Empfang wird dann ein zusätzlicher Digital-Decoder (eine so genannte Set-Top-Box) oder ein geeigneter Fernseher (in dem der Decoder genauso wie das heute übliche analoge Empfangsteil schon integriert ist) benötigt. Die Kabelnetzbetreiber des Kabelfernsehens zögern derzeit noch auf digitales Fernsehen umzustellen. Auf welche Weise die Bild- und Tondaten bei der Übertragung kodiert werden, wird von der Fernsehnorm festgelegt. Sie ist nötig, damit Sender und Empfänger "die gleiche Sprache sprechen". Es gibt weltweit eine verwirrende Vielzahl von Fernsehnormen, die jedoch auf wenige Grundparameter reduziert werden können; die Methode der Farbübertragung ist dabei der entscheidende Parameter, der oft schon alleine als "Fernsehnorm" bezeichnet wird. Die gebräuchlichsten Farbübertragungsnormen sind in Amerika, Japan und Südkorea NTSC und im Rest der Welt PAL und SECAM. Die Unterscheidung in mechanisches Fernsehen und elektronisches Fernsehen, die während der ersten Fernsehversuche entstand, ist heute unbedeutend: mechanische Aufnahme- und Wiedergabegeräte kamen nie zum Masseneinsatz. Mechanisches Fernsehen wurde sowohl bei der Aufnahme als auch bei der Wiedergabe mit der Nipkow-Scheibe realisiert; elektronisches Fernsehen erstmals mit der Ikonoskop-Röhre bei der Aufnahme und der Kathodenstrahlröhre bei der Wiedergabe. Da die Ikonoskopröhre erst später als die Kathodenstrahlröhre entwickelt wurde, gab es zwischenzeitlich auch eine Mischform.

Nutzung

Aufgrund der anfangs begrenzten Anzahl von Übertragungskanälen und der teuren Aufzeichnungstechnik, sowie den bis heute ständig steigenden Ansprüchen an die Bild- und Tonqualität der Fernsehdaten und den damit einhergehenden Kosten der Produktion von Inhalten für das Fernsehen hat sich eine gesellschaftliche Struktur entwickelt, bei der wenige Programmanbieter einem Massenpublikum von bis zu mehreren Millionen Zuschauern gegenüberstehen. Daher zählt Fernsehen zu den Massenmedien. Die Kosten zur Produktion der Inhalte werden seitens der Programmanbieter auf verschiedenen Wegen eingenommen (siehe hierzu auch Duales Rundfunksystem). Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (siehe hierzu auch Öffentlich-rechtlicher Rundfunk), die einen staatlich festgelegten Programmauftrag haben, an dem sich die Inhalte zu orientieren haben, finanzieren sich in Deutschland zu einem großen Teil aus staatlich festgelegten Gebühren (siehe hierzu auch Gebühreneinzugszentrale, abgekürzt GEZ) und Werbung. Einige weitere Einnahmequellen bestehen im Weiterverkauf oder in der Lizenzierung eigener Fernsehproduktionen. Die privaten Fernsehsender (siehe hierzu auch Privatfernsehen), finanzieren sich dagegen fast nur durch Werbung. Fernsehproduktionen werden in der Regel nur in Auftrag gegeben und ein Großteil der Programminhalte gekauft oder lizenziert. Bei den gekauften oder lizenzierten Produktionen der deutschen privaten Fernsehsender handelt es sich meist um umsatzträchtige US-amerikanische Serien oder Filme, teilweise ganze Fernsehformate. Neben den öffentlich-rechtlichen und den privaten Fernsehsendern gibt es noch so genannte Bezahlfernsehsender (engl. Pay-TV-Sender), die vom Zuschauer direkt bezahlt werden (z.B. Premiere). Diese verschlüsseln ihre Sendungen, die so nur mit speziellen Dekodern betrachtet werden können. Der Zuschauer bezahlt dann je nach System entweder pro Programm beziehungsweise Programmpaket oder pro Sendung. Für die Zukunft ist auch eine Bezahlung auf Bestellung geplant. Da Werbung vom Zuschauer meist als störend empfunden wird, verzichten Bezahlfernsehsender in der Regel auf Werbung zur Finanzierung. Dies gilt auch oft als Hauptargument, sich für ein Bezahlfernseh-Abonnement zu entscheiden. In Großbritannien existiert auch eine Zwischenform. Das dortige BSkyB ist zwar Bezahlfernsehen, es enthält jedoch trotzdem etwa soviel Werbung wie werbefinanziertes Privatfernsehen. Genutzt wird das Fernsehen seitens der Zuschauer hauptsächlich zur Unterhaltung und Feierabendgestaltung. Daneben dient es auch oft zur Informationsbeschaffung oder Bildung. Entsprechend unterteilt man die Fernsehsendungen auch in Unterhaltungssendungen, Nachrichtensendungen und Bildungsfernsehen. Letzteres wird in Deutschland, mit Ausnahme von Dokumentationen, gemäß ihres Bildungsauftrages fast nur von öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten angeboten. Zunehmend werden Bildung und Nachrichten mit Unterhaltung zum so genannten Infotainment vermischt. Diese Art von Sendungen wird auch zunehmend von privaten und Pay-TV-Sendern angeboten. Das Spektrum der Unterhaltungssendungen ist äußerst vielfältig und umfasst unter anderem Filme, Serien und Unterhaltungssendungen, die sich in weitere Sparten unterteilen lassen. Zur Rubrik Bildungsfernsehen gehören Dokumentationen, Politik-, Ratgeber- und Wissenschaftssendungen. Seitens der Wirtschaft wird das Fernsehen zur Werbung benutzt. In kurzen Werbespots werden einzelne Produkte und/oder Marken präsentiert und deren Kauf empfohlen. Neben den Werbespots gibt es auch so genannte Verkaufsshows oder Dauerwerbesendungen. Einige spezialisierte Sender, so genannte Home-Shopping-Sender zeigen den ganzen Tag nichts anderes als solche Verkaufsshows. Für die Werbeindustrie ist das Fernsehen eines der wichtigsten Medien, denn Fernsehen stellt eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigung dar. Im Schnitt sieht der Bundesbürger mehrere Stunden am Tag fern, so dass auf diesem Weg viele Menschen erreicht werden können. Außerdem eignet sich das Fernsehen für die Werbeindustrie, weil man mit diesem Medium besonders gut Gefühle und Emotionen beim Konsumenten wecken kann. In Deutschland regeln gesetzliche Auflagen Dauer und Häufigkeit der Werbung pro Sendung beziehungsweise Sendezeit. Die Rechte zur Ausstrahlung von Werbung in den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten sind stärker eingeschränkt. Sie dürfen beispielsweise nach 20 Uhr keine Werbung mehr ausstrahlen. Staat und Politik benutzen das Fernsehen hauptsächlich zur Information der Bevölkerung und Meinungsbildung. Das Spektrum der Inhalte reicht dabei von Hinweisen auf wichtige Ereignisse bis zu Katastrophenwarnungen. Politiker versuchen oft über das Fernsehen die Bevölkerung von ihren eigenen Ansichten zu überzeugen oder ihre Arbeit zu rechtfertigen. In vielen Staaten wird Fernsehen auch häufig seitens der Regierung zur Propaganda eingesetzt. Ein weiteres Anwendungsgebiet der Fernsehtechnik besteht in Videoüberwachung, die zunehmend günstiger wird, da die Technik einerseits qualitativ besser und gleichzeitig billiger wird, andererseits die besonders kostenintensive Herstellung von Inhalten entfällt. In der Weltraumforschung, die sowieso hohe Kosten für Missionen veranschlagt, wird die Fernsehtechnik ebenfalls eingesetzt. Allerdings werden hier selten bewegte Bilder aufgenommen. Stattdessen kommen Spezialkameras zum Einsatz, die oft besonders hohe Auflösungen besitzen und/oder Licht anderer Spektralbereiche, als die vom menschlichen Auge wahrgenommen, aufzeichnen und teilweise zeitversetzt zur Erde senden.

Rechtliche Regelung in Deutschland

Fernsehen wird in Deutschland vom Rundfunkrecht geregelt. Als meinungsbildendes Medium fällt es in die Kulturhoheit der Bundesländer und wird daher in erster Linie von ihnen geregelt und verwaltet. Um bundesweit einheitliche Regelungen zu schaffen, haben sich alle Bundesländer mit dem Rundfunkstaatsvertrag auf ein einheitliches Regelwerk geeignet. Dieses enthält insbesondere Regelungen für die Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten, über die Zulassungsvoraussetzungen von privaten Rundfunksendern, Form und Dauer der Werbung, Jugendschutz, die Kurzberichterstattung und der Berichterstattung über Großereignisse.

Soziologische Betrachtung

Kurzberichterstattung Fernsehen ist ein Massenmedium und hat sich seit den 1950er Jahren in den Industriestaaten zum Leitmedium entwickelt. Im Jahr 2003 besaßen 94,4% der deutschen Haushalte ein Fernsehgerät. Für viele Menschen ist es Teil des Alltags geworden und strukturiert oft sogar den Tagesablauf. Es erfährt eine Zuwendung durch alle Schichten und Altersgruppen und tritt mit einer zuvor nicht gekannten Wirksamkeit an die Stelle aller Institutionen mit publizistischem Anspruch, ohne diese aber vollständig zu ersetzen. Fernsehen wirkt orientierend und nivellierend. Wichtiges Instrument dafür ist die ständige Wiederholung. Dadurch wird es zur Grundlage der allgemeinen Geschmacks- und Stilbildung und dient der gesellschaftlichen Kommunikation. Durch das verstärkte Aufkommen von Spartenkanälen verbunden mit der wachsenden Rolle des Internets im gesellschaftlichen Leben geht die stilbildende Funktion des Fernsehens allerdings wieder zurück. Jedermann kann in gewissen Grenzen sein eigener Programmdirektor werden. Dies bewirkt eine zunehmende Zersplitterung und Fragmentierung der gesellschaftlichen Wahrnehmung und Kommunikation. Damit sachgemäß umzugehen ist Aufgabe der Medienpädagogik. Fernsehsender erheben oft den Anspruch, dem Zuschauer einen Blick auf die komplexe Gesellschaft zu präsentieren. Immer mehr und unterschiedlichere Bereiche des gesellschaftlichen Lebens erfahren eine breiterwerdende mediale Beachtung. Aber der darzustellende Lebensbereich muss interessant, verständlich und optisch umsetzbar sein. Damit geht von vornherein eine Selektion einher, verbunden mit einer Reduktion der vielfältigen kommunikativen Codes und Zeichensysteme, sowie einer Spezialisierung und Perfektionierung akustisch-visueller Signale. Tatsächlich ist es in vielen Fällen sogar so, dass Fernsehen die Themen, über die Verständigung lohnenswert scheint, erst schafft. Auf der Suche nach neuen Themen, die die Zuschauer binden durchbrechen die Fernsehmacher oft Grenzen, die in den Augen vieler oft bis zum Tabubruch führen.

Geschichte

Im Jahr 1883 erfand Paul Nipkow das 'Elektrische Teleskop', welches mit Hilfe einer rotierenden Scheibe ('Nipkow-Scheibe'), die mit spiralförmig angeordneten Löchern versehen war, Bilder in Hell-Dunkel-Signale zerlegte beziehungsweise wieder zusammensetzte. Damit gelang ihm die erste elektrische Bildübertragung. Dieses Ereignis wird heute als Beginn des Fernsehens angesehen und Paul Nipkow als sein Erfinder bezeichnet. Die Technik zur Bildzerlegung und -Wiedergabe war aber mechanisch und damit nicht besonders leistungsfähig. In den 1920er Jahren ersetzte Lev Theremin die Löcher in der Nipkow-Scheibe durch Spiegelanordnungen und erreichte 1927 bereits Übertragungen bei Tageslicht und Bilder mit 100 Zeilen auf großflächigen Projektionen. Allerdings wurden seine Ergebnisse nicht publiziert, sondern vom sowjetischen Geheimdienst zur Personenüberwachung genutzt. (Der bekannte Weltrekord war damals 48 Zeilen.) Das erste elektronische Fernsehen entwickelte Manfred von Ardenne 1931 auf Grundlage der im Jahr 1897 von Ferdinand Braun zusammen mit Jonathan Zenneck entwickelten Kathodenstrahlröhre (auch Braunsche Röhre genannt). Diese ist die Grundlage für die bis heute am weitesten verbreitete Methode, Bilder für das Fernsehen darzustellen. Die ersten Anwendungen fand sie aber in Messapparaturen. Die für das Fernsehen entscheidenden Weiterentwicklungen der Kathodenstrahlröhre steuerte Wladimir Sworykin bei, der 1923 den ersten brauchbaren elektronischen Bildabtaster, die Ikonoskop-Röhre erfand, welche ab 1934 in Serie hergestellt wurde, heute aber keine Verwendung mehr findet. 1929 erfand Sworykin die Kineskop-Röhre zur Bildwiedergabe. Diese ist bis heute Vorbild in allen Fernsehgeräten, die auf der Kathodenstrahlröhre basieren. Damit ebnete Sworykin den Weg zum vollständig elektronischen Fernsehen. Das erste echte elektronische Fernsehbild sendete 1926 in Japan Kenjiro Takayanagi, der die Braunsche Röhre umgebaut hatte (s. Japanisches Fernsehen). Ab dem 22. März 1935 wurde in Deutschland das erste regelmäßige Fernsehprogramm der Welt ausgestrahlt (s. Haus des Rundfunks, Berlin). Ihren Höhepunkt erlebten die Sendungen im Dritten Reich, die nur wenige tausend Zuschauer in so genannten Fernsehstuben und Großbildstellen in Berlin und später Hamburg erreichten, mit den umfangreichen Übertragungen von den Olympischen Sommerspielen 1936. Obwohl die Nationalsozialisten auch das Fernsehen für ihre Zwecke zu nutzen versuchten, blieb das Radio (s. Hörfunk) wegen der Reichweite das wichtgste Medium für die nationalsozialistische Propaganda. Im Winter 1944 wurden die Fernsehsendungen im Deutschen Reich eingestellt. In der Bundesrepublik Deutschland sollte erst am 25. Dezember 1952 der Fernsehbetrieb wieder aufgenommen werden. Einer der Pioniere des Farbfernsehens war John Logie Baird, dem es 1941 gelang, erste farbige Fernsehbilder zu übertragen. Aber erst 1954 wurde in Nordamerika die NTSC-Norm für Farbfernsehen eingeführt. Damit waren die Amerikaner den Europäern weit voraus. Diese führten erst 12 bis 13 Jahre später mit der PAL-Norm von Walter Bruch das Farbfernsehen ein. Der Vorsprung der Nordamerikaner hatte aber auch seinen Preis. Die NTSC-Norm besitzt einige Schwächen, so dass es häufig zu Farbfehlern bei der Darstellung kommt. Daher wird die Abkürzung NTSC scherzhaft auch mit "Never The Same Color" übersetzt. Das Zeitalter des Satellitenfernsehens begann am 12. August 1960. An diesem Tag wurde mit Echo 1 der erste passive Kommunikationssatellit in eine Umlaufbahn um die Erde gebracht. Die Qualität der übertragenen Fernsehbilder war allerdings sehr mäßig. Der erste aktive Fernmeldesatellit Telstar wurde am 10. Juli 1962 in seine Umlaufbahn gebracht. Mit seiner Hilfe wurde am 23. Juli die erste Live-Sendung für die Eurovision aus den USA gesendet. Am 26. Juli 1963 wurde mit Syncom 2 erstmals ein Kommunikationssatellit in eine fast vollständige geostationäre Umlaufbahn gebracht. Dies ermöglichte es, von einem festen Punkt auf der Erde ununterbrochen Signale an einen Satelliten zu senden oder von diesem zu empfangen.

Ausblick

geostationär geostationär]] Viele Bestrebungen, die technische Qualität zu verbessern, sind mangels Kooperation verschiedenster Interessengruppen gescheitert. Sicher ist die Ablösung des analogen durch das digitale Fernsehen, die beim Satelliten-Fernsehen schon weitgehend abgeschlossen ist. Deutschland hat sich per Rundfunkstaatsvertrag das Ziel gesetzt, bis 2010 auf die digitale Ausstrahlung der Fernsehprogramme umzustellen. 2003 wurde in Berlin bereits die terrestrische analoge Fernsehausstrahlung auf digitale auf Basis von DVB-T umgestellt. Erst in der Folge wird es wohl auch zu einer Verbesserung der Fernsehqualität, insbesondere bei der Auflösung der Bilder (HDTV) kommen, da mit der fortschreitenden Weiterentwicklung der Computertechnik Anpassungen an zukünftige Fernsehnormen auch softwareseitig möglich werden und dies den Zwang zum Kauf neuer Geräte vermeiden helfen könnte. Die heute überwiegend auf Kathodenstrahlröhren basierenden Fernsehgeräte werden bei sinkenden Preisen wohl langsam von den flachen und damit platzsparenden Plasmabildschirmen oder Flüssigkristallbildschirmen abgelöst. Eine weitere alternative aber noch nicht ganz ausgereifte Technik für Flachbildschirme sind OLED-Bildschirme, die gegenüber den beiden Erstgenannten mehrere Vorteile (Blickwinkelunabhängigkeit, weiter reduzierter Stromverbrauch, schnellere Schaltzeiten, biegsam) mit sich bringen könnten. Mit dem Internet entsteht eine völlig neue Verbreitungsmöglichkeit von bewegten Bildern und Ton, die in Konkurrenz zur klassischen Nutzungs- und Verbreitungsform des Fernsehens (siehe oben) treten könnte, aber deutlich weitergehende Möglichkeiten und Vorteile bietet. Dies könnte der klassischen Verbreitungsform von Fernsehen zunehmend das Publikum entziehen. Allerdings bleibt abzuwarten, ob und wie die Contentproduzenten dabei ihre Produktionskosten einfahren können und wie das klassische Fernsehen darauf reagieren wird.

Literatur


- Pierre Bourdieu: Über das Fernsehen. Frankfurt: Suhrkamp, 1998.
- Knut Hickethier: Geschichte des deutschen Fernsehens. Stuttgart: Metzler, 1998.
- Monika Bernold (Hrsg.), Screenwise : Film, Fernsehen, Feminismus ; Dokumentation der Tagung "Screenwise. Standorte und Szenarien Zeitgenössischer Feministischer Film- und TV-Wissenschaften", 15. - 17. Mai 2003, in Wien, Marburg : Schüren, 2004. ISBN 3-89472-387-4

Siehe auch


- Geschichte des Fernsehens
- Chronologie des Fernsehens
- Chronologie englischsprachiger Medien
- Japanisches Fernsehen, Fernsehen der DDR
- Fernsehen in der ehemaligen Sowjetunion
- Liste der Fernsehsender, Frequenzen der Fernsehkanäle, Fernsehdrama
- Privatfernsehen, Industrielles Fernsehen
- Fernsehpreis, Einschaltquote
- Fernseher, Kellfaktor (Technik)
- Medienmogul, Massenmedien

Weblinks


- [http://www.w-akten.de/themaderwoche/deutschland-tv.phtml Kleine Fernsehgeschichte]
- [http://bs.cyty.com/menschen/e-etzold/archiv/TV/tv.htm Vom Einheitsempfänger bis zum Taschen-Farbfernseher - Fernseher und Farbfernseher aus der Anfangzeit des Fernsehens und des Farbfernsehens]
- [http://www.zohnertheater.ch/de/independentTheatre/index.php?we_objectID=170 NO TV: Fernsehen ausschalten!] ! ja:テレビ ko:텔레비전 ms:Televisyen simple:Television th:โทรทัศน์

Schallplatten

Eine Schallplatte ist eine runde, meist schwarze Scheibe auf der Ton analog aufgezeichnet ist. Die Schallsignale sind in einer spiralförmigen, zum Mittelpunkt der Platte verlaufenden Rille gespeichert, deren Auslenkung der Schallamplitude entspricht. Üblicherweise wird sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite der Schallplatte aufgezeichnet. Bei der Aufzeichnung werden aus physikalischen Gründen die Höhen angehoben (Preemphasis) und die Tiefen abgeschwächt, bei der Wiedergabe muss der Frequenzgang wieder rückentzerrt werden. Dazu gibt es eine genormte Kennlinie nach RIAA. Zum Entzerren verwendet man einen Entzerrvorverstärker oder einen speziellen Tonabnehmer. Kristallabtastsysteme benötigen keinen zusätzlichen Entzerrvorverstärker, da sie den Frequenzgang durch ihre physikalischen Eigenschaften von sich aus entzerren.

Geschichte der Schallplatte

Vorgeschichte

Tonabnehmer Vorläufer der Schallplatte war der theoretisch zuerst von Charles Cros beschriebene, 1877 von Thomas Alva Edison unabhängig von Cros erneut erfundene und zum Patent angemeldete Phonograph. Die Töne wurden dabei auf einem Wachszylinder mit wendelförmiger Tonspur gespeichert, wobei das Prinzip der Amplitudenauslenkung zunächst unmittelbar akustisch ohne elektrische Umwandlung genutzt wurde.

Charles Sumner Tainter

Bereits im Jahre 1880 erkannte der US-amerikanische Physiker Charles Sumner Tainter, dass viele technische Nachteile der Edison'schen Walzen beseitigt werden könnten, wenn man die Tonspur spiralförmig in die Oberfläche einer flachen, runden Scheibe eingravieren würde. Tainter entwickelte den Prototypen eines entsprechenden Aufnahmeapparats und stellte einige bespielte Wachsplatten her, gab die Versuche aber infolge technischer Probleme nach kurzer Zeit wieder auf. Tainters Wachsplatten befinden sich heute im Smithsonian Institute in Washington; sie gelten als die ersten Schallplatten der Welt.

Emil Berliner

Unabhängig von Tainter, der seine Ideen nicht publiziert hatte, gelangte im Jahre 1887 der Erfinder und Industrielle Emil Berliner bei seinen Versuchen mit dem Edison-Phonographen zu einem ähnlichen Verbesserungskonzept. Er hatte sich mehrere Jahre lang mit dem Edison-Phonographen befasst und früher als Edison erkannt, dass die Zukunft der Tonaufzeichnung in erster Linie im Unterhaltungsbereich lag. Als Geschäftsmann sah er in der fehlenden Vervielfältigungsmöglichkeit der Wachswalzen den entscheidenden Schwachpunkt des Phonographen und verwendete seine Zeit und Mühe vorrangig auf die Lösung dieses Problems. 1887 gelang ihm der entscheidende Durchbruch seines Erfinderdaseins: er konstruierte ein Gerät, dass die Schallwellen nicht wie bei Edisons Phonographen in vertikale, sondern in horizontale Bewegungen einer Nadel umsetzte; diese mechanischen Schwingungen ließ er in eine dick mit Ruß überzogene Glasplatte einritzen. Nach chemischer Härtung des Rußes war er in der Lage, auf galvanoplastischem Wege ein Zink-Positiv und von diesem ein Negativ der Platte anzufertigen, das als Stempel zur Pressung beliebig vieler Positive genutzt werden konnte – die Schallplatte war erfunden. Am 4. Mai 1887 wurde Berliner für seine Idee das US-Patent No. 372,786 erteilt. Die älteste bis heute erhaltene Berliner-Schallplatte ist ein am 25. Oktober 1887 von Berliner selbst angefertigtes Zink-Positiv. Der Öffentlichkeit wurde das neue Aufzeichnungsverfahren erstmals in einem Bericht der Zeitschrift Electrical World vom 12. November 1887 vorgestellt; die frühesten zu Demonstrationszwecken angefertigten Zinkplatten hatten einen Durchmesser von 28 cm und bei etwa 30 UpM eine Spieldauer von vier Minuten. In den folgenden Monaten entwickelte Berliner in Zusammenarbeit mit dem Techniker Werner Suess sein Verfahren weiter, indem er das rußbeschichtete Glas durch eine mit Wachs überzogene Zink- oder Kupferplatte ersetzte. Nach der Gravur der Schallrille in die Wachsschicht wurde die Platte einem Säurebad ausgesetzt, das die noch mit Wachs bedeckten Teile der Platte nicht angriff, die freigelegten Rillen aber in das Metall einätzte, so dass nach Entfernung des Wachses eine haltbare metallene Ur-Platte entstand, die zur Herstellung der Pressmatrizen verwendet werden konnte. Am 16. Mai 1888 präsentierte Berliner ein erstes funktionsfähiges Gerät, das er der zeittypischen Vorliebe für Graezismen folgend Grammofon nannte, den Wissenschaftlern des Franklin Institute in Philadelphia. Im August 1888 begann er erstmals, die eigentlich von Anfang an vorgesehene Vervielfältigung seiner Zinkplatten durch Pressen der Negative in weiches Material zu erproben. Zunächst verwendete er als Pressmasse Zelluloid, das er unmittelbar vom Erfinder dieses Werkstoffs, John W. Hyatt, bezog und das sich bald als technisch ungeeignet erwies. Von den als Hyatt Disks bekannten ersten experimentellen Zelluloidplatten sind nur sehr wenige Exemplare erhalten geblieben. Im Juli 1889 kam Berliner aufgrund materialkundlicher Versuche zu dem Schluss, dass vulkanisiertes Hartgummi als Pressmaterial die günstigsten Eigenschaften aufweise, und erachtete seine Erfindung für ausgereift genug, um den Beginn der Serienproduktion einzuleiten. Er ging auf Investorensuche, stieß aber bei der US-amerikanischen Industrie auf wenig Resonanz. Daher reiste er im August 1889 nach Deutschland, um das Grammophon potentiellen Interessenten vorzuführen. Am 26. November 1889 demonstrierte er das Gerät den staunenden Experten der Berliner Elektrotechnischen Gesellschaft, die ihn sofort als Mitglied aufnahm.

Serienfertigung

Von diesem Erfolg ermutigt entschloss er sich Ende 1889, die Serienfertigung der Platten zunächst auf eigene Rechnung in die Wege zu leiten. Die renommierte Spielwarenfabrik Kämmer & Reinhardt in Waltershausen / Thüringen, fertigte für ihn – vermutlich ab Juli 1890 – sehr einfache Grammophone mit Handkurbelantrieb und entwickelte auch eine sprechende Puppe mit Miniatur-Grammophon im Rumpf. Die passenden Platten wurden bei zwei deutschen Firmen in Auftrag gegeben: einer der beiden Hersteller war die Rheinische Gummi- und Celluloidfabrik in Mannheim; von der anderen ist nur das bislang nicht entschlüsselte Firmenkürzel „GFKC“ bekannt. Hergestellt wurden Platten mit 8 cm Durchmesser für die Sprechpuppe und 12,5 cm Durchmesser für das Grammophon; zumindest teilweise kamen dabei wohl in den USA entstandene Matrizen zur Verwendung. Die Pressungen waren in Gummi-, Zelluloid- und Zink-Ausführung erhältlich, wobei nicht bekannt ist, inwieweit Zelluloid und Gummi zu einander in zeitlicher Abfolge standen; die Zinkplatten wurden offenbar gegen Aufpreis verkauft. Diese ersten Serienschallplatten der Welt waren von so minderwertiger Klangqualität, dass Zettel mit dem vollständigen Text der jeweiligen Aufnahme auf die Plattenrückseite geklebt wurden, damit der Käufer den Inhalt der Platte nachvollziehen konnte. Insgesamt wurden 1889-90 in Deutschland etwa 25.000 Platten gepresst, von denen heute weltweit nur noch sehr wenige Exemplare bekannt sind. Die einzige erhaltene Berliner-Sprechpuppe befindet sich im Puppenmuseum der Stadt Waltershausen. Kurzzeitig wurden die deutschen Berliner-Produkte auch nach England exportiert; das Geschäft mit dem unausgereiften System erwies sich aber als wenig lukrativ, weshalb Berliner 1891 die Fertigung einstellen ließ und in die USA zurückkehrte. Am 23. April 1889 gründete er die American Gramophone Co., die die Verwertung seiner Erfindung übernehmen sollte, aber nach kurzer Zeit zusammenbrach. Die folgenden zwei Jahre verbrachte Berliner damit, das Grammophon technisch zu verbessern; er ließ von einem New Yorker Uhrmacher einen Federantrieb entwickeln, der sich allerdings als nicht praxistauglich erwies, und engagierte einen Techniker namens Edward L. Wilson, der für ihn ein Grammophon mit Münzmechanik konstruierte. Erst im April 1893 wagte Berliner zusammen mit den Brüdern Fred und Will Geisberg, die zuvor schon bei der Columbia Graphophone Company tätig gewesen waren, eine neue Firmengründung: es entstand die United States Gramophone Company mit Sitz in Washington (1205 G Street NW), die die Erfindung kommerziell verwerten sollte und an die er seine Patente abtreten musste. Die Firma produzierte einige wenige Grammophone und Schallplatten aus Vulcanite beziehungsweise Hartgummi, geriet allerdings bald in finanzielle Schwierigkeiten. 1895 gelang es Berliner, eine Gruppe von Investoren aus Philadelphia für seine Erfindung zu begeistern; es kam zur Gründung der Berliner Gramophone Company, deren Anteile allerdings nur zum kleineren Teil Berliner selbst gehörten; die United States Gramophone Co. bestand allerdings parallel dazu als Inhaberin der Patente weiter. Das neue Unternehmen eröffnete in Baltimore (109 North Charles Street) eine Fabrik nebst show room und begann mit der Fertigung von Geräten und Tonträgern. Der Durchmesser der Platten wurde 1894 auf 10 Zoll = 25.4 cm festgelegt; bis zum Herbst 1894 verließen etwa 1000 Grammophone und 25.000 Platten die Fabrik. Berliner veröffentlichte die erste gedruckte Bestellliste der verfügbaren Aufnahmen; das Unternehmen bot neben den handbetriebenen Grammophonen auch zwei Luxusmodelle mit Elektromotoren an. 1895 änderte man den Plattendurchmesser auf 17.5 cm; im gleichen Jahr erhielt Berliner nach langen juristischen Auseinandersetzungen jenes US-Patent für sein Horizontalschrift-Aufnahmeverfahren, dessen Existenz später die jahrzehntelange monopolartige Position der Firma Victor auf dem nordamerikanischen Plattenmarkt begründen sollte. Die Umsätze der Firma waren zunächst bescheiden, da die potentiellen Kunden in Berliners primitivem, handkurbelbetriebenem Grammophon noch immer eher ein Kinderspielzeug als ein ernstzunehmendes Unterhaltungsgerät sahen. Angeregt durch entsprechende Entwicklungen auf dem Phonographen-Sektor beschäftigte sich Berliner erneut mit dem Gedanken, seine Geräte mit Federmotoren auszustatten. Er beauftragte den Mechaniker Eldridge R. Johnson aus Camden City, mit der Entwicklung und Serienfertigung eines passenden Federwerks, dessen Markteinführung 1896 erfolgte und dem Produkt tatsächlich zu einer enormen Umsatzsteigerung verhalf. Im Oktober 1896 gab Berliner die Verwendung von Hartgummi als Plattenmaterial auf und ersetzte die Substanz durch eine von der Duranoid Co., Newark, New Jersey, hergestellte Pressmasse, die im wesentlichen aus Schellack bestand und deren Einführung Klangqualität und Haltbarkeit der Platten enorm verbesserte – die Schellackplatte war geboren. Im gleichen Jahr engagierte Berliner den Werbefachmann Frank Seaman, dessen Aufgabe es sein sollte, den Vertrieb der Berliner-Produkte zu übernehmen. Seaman gründete unter dem Namen National Gramophone Company ein eigenes Unternehmen und schloss mit der Berliner Gramophone Company einen auf fünfzehn Jahre Laufzeit ausgelegten Vertrag, der ihm die Exklusivrechte am Vertrieb aller Berliner-Erzeugnisse sicherte. Seamans brillante Werbekampagnen machten das Grammophon binnen kürzester Zeit weltweit bekannt und ließen die Verkaufszahlen der Platten und Geräte förmlich explodieren – im Geschäftsjahr 1898 konnte Berliner bereits 713.753 Schellackplatten absetzen. Berliners Erfindung lag nun in den Händen dreier von einander unabhängiger Firmen: die United States Gramophone Company hielt noch immer die Patente, die Berliner Gramophone Company produzierte Platten und Abspielgeräte; die National Gramophone Company kontrollierte die Vermarktung. Berliner expandierte durch Gründung ausländischer Tochtergesellschaften, als deren wichtigste im Jahre 1898 die britische Gramophone Company entstand; diese gründete ihrerseits als Tochter-Tochterunternehmen die Deutsche Grammophon-Gesellschaft mit Sitz in Hannover, geleitet erneut von Berliners Bruder Joseph. Das zunächst sehr erfolgreiche unternehmerische Konzept sollte sich für Berliner bald als fatal erweisen, denn Seaman, der als wenig vertrauenswürdiger Charakter galt, war angesichts der enormen Gewinne, die in Berliners Kassen flossen, mit seinem langfristigen Vertrag unzufrieden. Er begann 1898 heimlich mit der Herstellung seiner Zonophone, die technisch lediglich Plagiate der Berliner-Geräte darstellten. Seaman bot Berliner an, er möge künftig die Zonophone kaufen und unter seinem Namen vertreiben lassen. Berliner lehnte dies empört ab, zumal er den Vertrag mit Johnson nicht gefährden wollte und Seaman allgemein misstraute; überdies waren die Zonophone von schlechterer Qualität als die bisherigen Berliner-Erzeugnisse. Seaman wertete die Ablehnung Berliners als Aufhebung seines Vertrags, benannte seine Firma in United Talking Machine Company (UTMC) um und begann auf eigene Rechnung Platten und Zonophone zu fertigen. Berliner verklagte Seaman wegen Vertragsbruchs; Seaman nahm daraufhin vertrauliche Verhandlungen mit dem Walzenhersteller Columbia auf, der die Patente an den Erfindungen von Bell und Tainter hielt. 1899 erhob Columbia auf Seamans Betreiben Klage gegen Berliner mit der Begründung, die Berliner-Patente von 1887 seien unter Verletzung älterer Bell&Tainter-Patente erteilt worden und damit nichtig. Die komplizierten juristischen Auseinandersetzungen, in die auch Eldridge Johnson verwickelt war und in denen der von Columbia engagierte Star-Anwalt Philipp Mauro eine entscheidende Rolle spielte, endeten für Seaman erfolgreich, was dazu führte, dass Berliner ab dem 25. Juni 1900 die Verwendung des Namens Gramophone in den USA verboten war und er auch sonst für sein amerikanisches Unternehmen keine Zukunft mehr sah. Er löste seine Firmen auf, verkaufte alle seine US-amerikanischen Patente an Eldridge Johnson, mit dem er sich wieder versöhnt hatte, und übersiedelte nach Montreal. In den folgenden Jahrzehnten leitete er sehr erfolgreich die kanadische Niederlassung seines Imperiums und nahm auch maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der aus seiner britischen Filiale entstandenen Gramophone Company; nebenbei beschäftigte er sich mit aeronautischen Problemen und war an der Entwicklung eines der ersten brauchbaren Hubschrauber beteiligt.

Entstehung der Schallplattenindustrie

Der große kommerzielle Erfolg der Berliner-Schallplatte und der relativ schlechte patentrechtliche Schutz der Erfindung ermunterten ab etwa 1900 vor allem in Europa zahlreiche Unternehmer, die Produktion eigener Schallplatten und Abspielgeräte aufzunehmen. Binnen weniger Jahre entwickelte sich so ein äußerst innovativer, schnelllebiger Industriezweig, als dessen Zentren London, Paris, Hannover, Berlin und Wien galten. Preiswerte Grammophone einfacher Bauart kamen in vielfältigen Formen auf den Markt und ließen die Schallplatte zu einem auch für die Unterschicht erschwinglichen Unterhaltungsmedium werden. Bis 1914 entstanden alleine in Deutschland etwa 500 konkurrierende Schallplattenmarken. Technische Verbesserungen ließen die Klangqualität stetig steigen; allmählich begannen sich auch große Musiker wie Enrico Caruso, Nellie Melba und Hermann Jadlowker für das Medium Schallplatte zu interessieren und verhalfen mit ihren Einspielungen den Plattenkonzernen zu beträchtlichen Gewinnen. Besonders das zunächst eigenständige, später vom Konzern des schwedischen „Schallplattenkönigs“ Carl Lindström übernommene Label Odeon tat sich mit technischen Innovationen hervor und brachte die ersten großformatigen Platten (25, 27 und 30cm Durchmesser) sowie die ersten doppelseitigen Pressungen auf den Markt.

Entwicklung in den 1920er Jahren

Der Erste Weltkrieg ließ die Schallplattenproduktion weltweit stark zurückgehen, was primär durch den vorübergehenden Zusammenbruch des internationalen Handelsnetzes für Rohschellack bedingt war. Nach Kriegsende erholte sich die Schallplattenindustrie zunächst nur langsam; die Wirtschaftskrisen der 20er Jahre und auch die Entstehung der ersten Rundfunksender beeinträchtigten die Plattenabsätze weltweit erheblich. Ins Gegenteil verkehrte sich diese Entwicklung allerdings, als ab 1925 mehrere US-amerikanische, holländische und deutsche Firmen annähernd zeitgleich elektrische Aufnahmeverfahren präsentierten, die die alten akustisch-mechanischen Aufnahmeapparate binnen kurzer Zeit völlig verdrängten, die Kosten der Schallplattenaufnahme dramatisch reduzierten und die Klangqualität enorm verbesserten. Die Einführung der elektrischen Aufnahme ließ in Deutschland erneut eine große Zahl kurzlebiger kleiner Plattenfirmen entstehen, die technisch und musikalisch oft sehr experimentierfreudig waren. Das 1928 von dem Erfinderkollektiv Tri Ergon entwickelte Lichttonverfahren erlaubte erstmals das Schneiden und Nachbearbeiten von Aufnahmen. Erste elektrische Plattenspieler kamen auf den Markt; die Musikbegeisterung der späten 20er Jahre garantierte den Schallplattenkonzernen ausgezeichnete Umsätze.

Die 1930er Jahre

Das Jahr 1933 brachte für die deutsche Schallplattenindustrie dramatische Veränderungen: zahlreiche bis dahin in jüdischem Besitz gewesene Unternehmen wurden in den ersten Jahren der NS-Diktatur enteignet und aufgelöst; gegen viele prominente Plattenkünstler, wie z. B. die Comedian Harmonists, ergingen aus „rassischen“ und politischen Gründen Berufsverbote; die Einfuhr ausländischer Platten nach Deutschland war kaum mehr möglich. Bis 1939 reduzierte sich die Zahl der auf dem deutschen Markt präsenten Schallplattenmarken daher beträchtlich. Während des Zweiten Weltkriegs sollte nach dem Willen des NS-Regimes die Schallplattenproduktion durch ein groß angelegtes Altplatten-Verwertungssystem sichergestellt werden; tatsächlich brach ab etwa 1943 die deutsche Schallplattenproduktion trotzdem weitgehend zusammen. Nur für den Bedarf von Rundfunk und Kinos wurde bis zum Kriegsende weiterproduziert.

Nach dem 2. Weltkrieg

Nach 1945 nahmen die Schallplattenfabriken, soweit unzerstört geblieben, ihre Arbeit recht bald wieder auf, wobei zunächst die Schellack-Technik beibehalten wurde. Im Westen Deutschlands entstanden viele neue Plattenmarken, die besonders den neu entstandenen Bedarf nach US-amerikanisch geprägtem Swing und Jazz zu decken versuchten. In der sowjetischen Besatzungszone wurde die Schallplattenfabrikation dagegen als einer der ersten Industriezweige komplett verstaatlicht; es verblieb als einziger Schallplattenhersteller der VEB Lied der Zeit, später VEB Deutsche Schallplatten, mit den „Einheitslabels“ Amiga, Eterna, Litera, Schola und Aurora. In der Bundesrepublik und den meisten anderen westlichen Ländern wurde die Fertigung von Schellackplatten um das Jahr 1958 aufgegeben. Die DDR vollzog diesen Schritt im Jahre 1960.

Technische Fortschritte nach der Schellack-Ära

Vinyl - Single - LP

Bereits in den Anfängen der Schallplattenherstellung hatte es - etwa in Großbritannien durch Nicole Records - erfolglose Versuche gegeben, das teure Naturprodukt Schellack durch preiswertere synthetische Kunststoffe zu ersetzen. Der Durchbruch auf diesem Gebiet gelang 1948 mit der Herstellung der ersten Schallplatten aus Polyvinylchlorid (PVC). Hiermit wurde nochmals eine deutliche Steigerung der Tonqualität als auch der Spieldauer möglich. PVC-Schallplatten können bei 33 1/3 Umdrehungen pro Minute (5/9 s-1) bis zu 45 Minuten Musik und Ton pro Seite speichern.

Stereo

Später wurde durch die Einführung der Stereo-Schallplatte eine weitere Steigerung der Hörqualität erzielt. Die Stereodekodierung erforderte ein spezielles Stereoabtastsystem: Statt bei der Wiedergabe nur die reine Seitwärtsbewegung des Tonabnehmers auszuwerten wurde Tiefen- und Seitwärtsbewegung zur Gewinnung des Tonsignals herangezogen. Hier konkurrierten kurze Zeit das sogenannte „+“- und das sogenannte „x“-System miteinander. Das „+“-System setzte weiterhin die Seitwärtsbewegung direkt in das Tonsignal eines Kanals, die Tiefenbewegung in die des anderen Kanals um - die Tonabnehmerbewegungen für ein Tonsignal nur für den linken, dann nur für den rechten Kanal beschrieben also ein „+“. Das „x“-System, das sich später durchsetzte, setzte dagegen die Tonsignale beider Kanäle in um ±45° gegen die Senkrechte geneigte Schwingungen um und war so vollkompatibel zur Monoaufzeichnung. Solche Mono- und Stereoschallplatten wurden Langspielplatten (LP = Longplay) oder Album genannt. Die Abtastnadeln waren jetzt keine Stahlnadeln mehr, sondern spezielle Saphire oder Diamanten. Darüber hinaus gab es die kleinen Singles, die bei 45 Umdrehungen pro Minute (0,75 s-1) abgespielt wurden (wodurch die Tonqualität etwas besser als bei LPs ist) und nur ein Stück pro Seite enthielten, sowie die mit gleicher Geschwindigkeit abgespielten, größeren Maxi-Singles (auch mit EP für Extended Play bezeichnet). Maxi-Singles enthielten typischerweise 2 Stücke pro Seite und hatten den Durchmesser einer Langspielplatte. Als Sonderform sei hier noch die Urform der EP erwähnt, die einen Durchmesser von 25 cm (im Gegensatz zu den 30 cm der LP und 17.5 cm der Single) aufweist und bei ebenfalls 33 1/3 Umdrehungen pro Minute 15 bis 20 Minuten Spielzeit pro Seite bietet.

Totgesagte leben länger - Die Vinylplatte seit den 1980er Jahren

Extended Play Mit der Einführung der digitalen Compact Disc (CD), welche sich in der Fachsprache Audio-CD nennt, gingen 1983 die Verkäufe und Produktionszahlen von Schallplatten rasch zurück. 1990 wurden doppelt so viele CDs verkauft wie LPs. Anfang der 1990er verkündeten die wichtigsten Konzerne der Phonoindustrie gemeinsam den Tod der Schallplatte. Fortan wurde nur noch auf die Audio-CD beziehungsweise später die Audio-DVD und anderer Weiterentwicklungen gesetzt. Dabei hält eine kleine Verbrauchergruppe der Schallplatte nach wie vor die Treue. Hierbei spielen unter anderem nostalgische Aspekte, aber auch individuelle ästhetische und technische Vorteile der Schallplatte gegenüber der CD, eine Rolle. Zahlreiche Musikliebhaber bevorzugen die Schallplatte wegen ihres „lebendigeren“ und „wärmeren“ Klangs. Schallplattenliebhaber erklären diese Vorliebe häufig mit vorgeblichen Unzulänglichkeiten digitaler Aufzeichnung, wie etwa Quantisierungsfehlern. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass analoge Tonaufzeichnung, insbesondere bei mechanischer Abtastung, einige subjektiv als angenehm empfundene Klangverfälschungen mit sich bringen, die von diesen Personen dem verzerrungsärmeren Klang der CD vorgezogen werden. Dazu zählen insbesondere harmonische Verzerrungen, sanfteres Clipping-Verhalten der Schallplatte bei übersteuerten Aufnahmen, geringere Übersprech-Dämpfung analoger Tonaufzeichnung u.a.m. Auch unter den DJs, besonders in den Bereichen House, Techno, Hip Hop, Drum'n'Bass etc., ist die Schallplatte nach wie vor nicht nur aus ästhetischen Gründe beliebt, sondern weil sie sich zum Scratchen und Mixen, einer Technik des Zusammenführens einzelner Tracks (Musikstücke) eignet. Die Schallplatte wird dabei auf einem speziellen Plattenspieler von Hand abwechselnd in und gegen Abspielrichtung bewegt bzw. in die anderen Tracks gemischt. In den letzten Jahren ist die Zahl der verkauften als auch neu veröffentlichten Langspielplatten und Singles, ausgehend von einer niedrigen Bezugs-Anzahl, geringfügig gestiegen. In Europa werden heute jährlich rund 15.000.000 Schallplatten gefertigt. Die Schallplatte ist also noch lange nicht tot.

Sonderformen

; Vertikalschriftplatten : Ab etwa 1900 nutzten verschiedene Hersteller, darunter vor allem der französische Konzern Pathé, das sogenannte Vertikalschriftformat. Die Aufzeichnung erfolgte hier nicht durch seitliche Ausschläge, sondern durch eine Auf-und-ab-Bewegung. Als Tonabnehmer fungierte keine Nadel, die die Tiefenunterschiede der Rille schnell zerstört hätte, sondern eine winzige, beweglich gelagerte Saphirkugel, die sich rollend durch die Rille bewegte. Systeme dieser Art blieben besonders in Frankreich und den USA bis in die 20er Jahre populär. ; Ungewöhnliche Plattendurchmesser : Neben den Standard-Plattenformaten mit 25 cm und 30 cm Durchmesser gab es in der Schellack-Ära eine Vielzahl anderer kommerziell verwendeter Plattendurchmesser. Die kleinsten Serienplatten der Schellack-Ära waren, sieht man von Werbe- und Spielzeugplatten ab, die amerikanischen Durium Junior-Pressungen aus dem Jahre 1930 mit einem Durchmesser von 10,2 cm. Als die größten Serienplatten gelten die gewaltigen Pathé Concert-Pressungen aus der Zeit vor 1914, die einen Durchmesser von 50 cm aufwiesen. ; Ungewöhnliche Materialien : Im Verlauf der ersten siebzig Jahre der Schallplattenherstellung gab es immer wieder Versuche, den teuren, schwer zu beschaffenden Rohstoff Schellack durch andere, billigere Materialien zu ersetzen. Die britische Firma Nicole Records präsentierte kurz nach 1900 Schallplatten aus einem mit Zelluloid beschichteten Fasermaterial. Wenig später erschienen bei Zonophone in Berlin die ersten „klingenden Postkarten“ mit aufgeklebten Schallfolien aus Zelluloid. Die Stahlnadeln der Grammophone zerstörten diese Tonträger allerdings sehr schnell, weil dem verwendeten Zelluloid die nötige Abriebfestigkeit fehlte. Der britische Neophone-Konzern fertigte um 1906 vorübergehend Platten aus Pappe, die mit einem wachsartigen Trägermaterial überzogen waren und gewisse Probleme in Sachen Hitzebeständigkeit aufwiesen. In den 20er Jahren produzierte das in Berlin ansässige Unternehmen Metallophon Schallplatten aus lackiertem Stahlblech - die Vorzüge dieses Konzepts waren eher begrenzt, die Umsätze offenbar auch. Vor allem in der Studiotechnik wurden in den 40er Jahren Schallplatten aus beschichtetem Glas eingesetzt. Das kurioseste jemals zur Plattenherstellung verwendete Material dürfte allerdings Schokolade gewesen sein - um 1910 präsentierte der Süßwarenhersteller Stollwerck seine Schallplatten, die tatsächlich aus Schokolade gepresst waren, bekannte Kinderlieder enthielten und nach dem - nur wenige Male möglichen - Abspielen aufgegessen werden konnten. ; Ungewöhnliche Formen und Farben : Vor allem im Bereich der Rockmusik, dem Rap, und der elektronischen Musik werden Schallplatten angefertigt, die sich durch ihr Aussehen von der Standardplatte abheben. So sind z.B. die sog. picture disc recht verbreitet, bei denen transparentes Material um ein gedrucktes Bild herum gepresst wird. Ebenfalls gebräuchlich ist gefärbtes und/oder transparentes PVC. Diese Platten erscheinen oft in einer limitierten Auflage und haben einen hohen Sammlerwert. Eine weitere Variante sind die sog. shape vinyls. Anders als gewöhnliche Schallplatten sind diese nicht rund, sondern können die ausgefallensten Formen haben. ; Frühe Langspielformate : Die ersten Versuche mit Mikrorillen-Formaten, die eine längere Spieldauer der Schallplatte ermöglichen sollten, unternahm der britische Tontechnik-Pionier Michaelis bereits im Jahre 1906. Sein Unternehmen Neophone produzierte 25cm-Platten mit einer Laufzeit von etwa 12 Minuten. 1929 präsentierte Thomas Alva Edison als eine seiner letzten Erfindungen eine Langspielplatte mit extremer Mikrorille (siehe Diamond Disc), die bei 80 U/min und 24cm Durchmesser eine Laufzeit von mehr als zwanzig Minuten pro Seite (!) aufwies. Die Platte konnte nur mit einem speziellen Diamant-Abnehmer wiedergegeben werden und war einen halben Zentimeter dick, um jegliche Flexibilität zu beseitigen. Die Empfindlichkeit der Mikrorillen, deren Wände schon durch normales Berühren der Platte beschädigt werden konnten, verhinderte jeden kommerziellen Erfolg des Systems, das nur einige Monate lang auf dem Markt blieb. Flexibilität ; Platten mit atypischen Mittellöchern : Ein besonders in den USA vor 1914 verbreitetes Phänomen waren Schallplatten mit besonders großen Mittellöchern. Plattenhersteller wie Aretino und Busy Bee versuchten auf diesem Gebiet eigene Standards zu setzen; Hintergrund waren keine technischen Überlegungen, sondern bloße Vermarktungsstrategien. Ungewöhnlich kleine Mittellöcher, die aus einer vom westlichen Standard abweichenden Industrienorm resultierten, waren dagegen ein Merkmal sowjetischer Schallplatten aus den 20er und 30er Jahren. ; Platten mit konstanter Lineargeschwindigkeit : Der Weg, den die Nadel beim Abspielvorgang auf der Platte zurücklegt, wird durch den spiralförmigen Verlauf der Schallrille von Umdrehung zu Umdrehung kleiner. Da bei konventionellen Platten die Drehzahl des Plattentellers stets konstant bleibt, sinkt die Geschwindigkeit der Nadel relativ zur Plattenoberfläche vom äußeren Rand der Platte bis zum inneren kontinuierlich ab. Diese Veränderung ist unter bestimmten Umständen akustisch wahrnehmbar. Um das Phänomen zu beseitigen, wurde seit den 20er Jahren mit Platten experimentiert, die durch permanente Anpassung der Drehzahl eine konstante Lineargeschwindigkeit aufwiesen. Jedoch musste jedes Abspielgerät mit einer speziellen Vorrichtung ausgerüstet und justiert werden. Eine dieser Vorrichtungen war in den USA der so genannte World Disc Record Controller. Durchgesetzt haben sich solche Systeme nie. ; Schallplatten als digitale Datenträger : Ähnlich wie auf Magnetbandkassette (Datasette) können digitale Computerdaten theoretisch auch auf Schallplatten aufgezeichnet werden. De facto wurde diese Möglichkeit nur selten genutzt; die einzige in größerer Stückzahl produzierte Datenschallplatte war eine Pressung des DDR-Jugendradios DT64, die Software für den Kleincomputer HC900 enthielt. Auch die deutsche Band Welle:Erdball hat auf ihre erste Vinyl-Veröffentlichung Horizonterweiterungen aus dem Jahr 2005 ein Programm für den Heimcomputer Commodore 64 gepresst. Dieses Programm kann über eine Datasette auf dem C64 ausgeführt werden. ; Dubplates : Dubplates sind spezielle als Einzelstück gefertigte Schallplatten. Sie werden von DJs verwendet insbesondere um neue Musikstücke beim Publikum zu testen. Dubplates bestehen aus einer mit Azetat beschichteten Aluminiumplatte. Sie werden nicht mittels einer Matrize gepresst sondern direkt geschnitten. Das Azetat ist relativ weich, so dass eine Dubplate sich nur wenige Male abspielen lässt. ; Final Scratch : Mit Final Scratch kann man digitale Audiodateien (zum Beispiel MP3s) mit Hilfe spezieller Vinyl-Matrizen abspielen. Dazu wird die relative Bewegung der Nadel in der Rille einer speziellen Platte von einer Software registriert und umgerechnet, so dass damit die Abspielgeschwindigkeit und -richtung der Audiodateien gesteuert werden kann. So ist es möglich, beispielsweise MP3s (fast) wie echte Vinylplatten zu scratchen und zu mixen. Benutzt wird es hauptsächlich von DJs. ; Bildplatten : Auf sogenannten Bildplatten befindet sich neben dem Ton auch ein Bildsignal. ; Flexible Disc (Flexi) : eine Schallplatte aus einem biegsamen Material, meist einer Art Folie. Flexis wurden zum Beispiel als Beilage in Fanzines verwendet.

Siehe auch


- Deutscher Schallplattenpreis
- Preis der deutschen Schallplattenkritik
- Plattenspieler
- Vinylrecorder
- Endlosrille

Weblinks


- [http://www.vinylrecorder.com/stereo-de.html Erklärung der Modulationsarten und Stereosignalentstehung der Schallplatte]
- [http://www.aaanalog.de/ Verein zur Erhaltung und Förderung der analogen Musikwiedergabe]
- [http://www.aaa-switzerland.ch/ Die Schwesterorganisation aus der Schweiz]
- [http://www.vinylretter.de Schallplattenfreundinnen retten das Vinyl!]
- [http://www.grammophon.ch/ Umfangreiche Sammlung von Grammophonen und Phonographen] Kategorie:Schallplatte ja:レコード

Mechanisches Fernsehen

Als mechanisches Fernsehen bezeichnet man Fernsehen, bei dem die Bildzerlegung und -zusammensetzung im Gegensatz zum elektronischen Fernsehen mechanisch erfolgt. Die eigentliche Übertragung findet auf elektrischem Wege statt. Das mechanische Fernsehen war die erste Form des Fernsehens. Die erste brauchbare Realisierung erfolgte mit Hilfe der nach ihrem Erfinder Paul Nipkow benannten Nipkow-Scheibe. Hierbei ist insbesondere die Pionierarbeit des ungarischen Ingenieurs D. von Mihaly und des schottischen Erfinders John Logie Baird zu erwähnen. D. von Mihaly entwickelte ebenfalls ein vollkommen anderes Verfahren, bei dem ein Spiegel zwischen einem Hufeisenmagneten schnell oszillierte. In einem verbesserten Verfahren wurde ein Spiegel auf Drahtsaiten befestigt, welche nach Stromdurchleitung in eine schnelle Schwingung versetzt wurden. Ein wieder anderes Verfahren entwickelte Dr. Carolus bei Telefunken, wo mit schnell rotierenden Spiegeln gearbeitet wurde. Durch Carolus wurden auch beide Systeme miteinander kombiniert (Spiegelrad für horizontale Abtastung, oszillierende Spiegel für vertikale Abtastung. Dennoch sollte beim mechanischen Fernsehen insbesondere die Nipkow-Scheibe Verwendung finden, welche auf der Senderseite bis in die 1940er Jahre zur Bildzerlegung von Filmen Verwendung fand. Auch heute ist das mechanische Fernsehen nicht vollkommen bedeutungslos. Insbesondere Spiegelsysteme finden heute wieder Verwendung beim Bau von Videoprojektoren.

Hinweis

Die Begriffsbildung "Mechanisches Fernsehen" beruht auf der laienhaften Anschauung, die sichtbar drehende Nipkow-Lochscheibe als wesentlichstes Funktionselement oder anders ausgedrückt, den Vorgang der Bildpunkt-Zerlegung als Hauptteil des Fernseh-Gesamtsystems wahrzunehmen Demgegenüber besteht die nipkowsche Vorrichtung größtenteils aus elektrisch betriebenen Bauteilen, von denen mindestens eines - die Selenzelle - bereits ein elektronisches Bauelement darstellt. Des Weiteren erfolgt die Übertragung vom Sender zum Empfänger elektrisch.
Auf der Empfänger-Seite wird bei der nipkowschen Ausführung raffinierterweise ein polarisierter Lichstrahl von dem Magnetfeld einer Spule in Abhängigkeit von dem Signal der Sender-Selenzelle soweit gedreht und durch nachfolgende Linsen gefiltert, dass für das Auge der gleiche Helligkeits-Eindruck hervorgerufen wird, wie er auf der Sender-Seite besteht.
Dieser polarisierte Lichtstrahl wurde mit Hilfe entweder eines speziellen optischen Glases oder einer mit Schwefelkohlenstoff gefüllten Röhre erzeugt (sog. "Glimmlampe") und ersetzte damals die noch nicht erfundene Braunsche Elektronenstrahlröhre. Damit wird sichtbar, dass der Begriff des "mechanischen Fernsehens" weitgehend irreführend ist. Nipkow selbst nannte seinen Apparat in der Patentschrift etwas treffender ein "Elektrisches Teleskop". Allenfalls korrekt wäre noch die Begriffsbildung "mechanische Bildzerlegung".

Weblinks


- [http://www.kefk.net/Research/Funk/HA-Funk/ha_2-3.html Anfänge des Fernsehens: Technische Grundsatzentscheidungen]
- [http://bs.cyty.com/menschen/e-etzold/archiv/TV/mechanical/scanningdisk.htm 32-Zeilen Hybrid Fernseher mit Nipkowscheibe (NBTV) ] Kategorie:Fernsehtechnik

1970er

Ereignisse


- Bundesligaskandal in Westdeutschland (1971–1973)
- Match des Jahrhunderts (1972)
- Ölkrise (1973)
- Watergate-Affäre (1974)
- Ende des Vietnamkriegs
- Rote Armee Fraktion: Deutscher Herbst (1977)
- Israelisch-ägyptischer Friedensvertrag 1978/1979, siehe auch Nahost-Konflikt
- Ende der 1970er: Entstehung der Grünen Partei.
- Beginn der PC-Revolution mit der Gründung von Apple Computer 1976
- Die Gemeindereform reduziert die Zahl der Einzelgemeinden im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland um zwei Drittel. Sie ist in der Mitte des Jahrzehnts offiziell abgeschlossen.

Kulturgeschichte


- Pink Floyd
- Alice Cooper
- Loudon Wainwright III
- ABBA
- Les Humphries Singers
- Jesus-People
- Playback Theater
- Bhagwan
- Räucherstäbchen
- Brokdorf
- Star Wars
- Lavalampe
- Flokatiteppich
- Radio Dreyeckland
- Kommunales Kino
- Rasterfahndung
- Comic-Magazin ZACK (1972 bis 1980)
- Bonanza , Fernsehserie.
- Sesamstrasse

Persönlichkeiten (Auswahl)

Politik

Kunst und Kultur

Weblinks


- [http://www.sfgb-b.ch/d/4/tgprojekt/70erJahre_26_8/index.html 70er: Einmal Zukunft und Zurück] – Umfangreiche Darstellung der 1970er 01–1970 7!-1970er !1970er ja:1970年代 simple:1970s

Telefunken

] Die Firma Telefunken wurde am 27. Mai 1903 als Gesellschaft für drahtlose Telegraphie von AEG und Siemens gegründet. Telefunken war die Telegraphieadresse der Gesellschaft. Siemens verließ das Joint Venture 1941. 1967 fusionierte die Telefunken AG mit der AEG zur AEG-Telefunken. Der Namenszusatz Telefunken verschwand jedoch 1985 wieder, nachdem der Telefunken-Anteil im Rahmen eines Konkursverfahrens an den französischen Thomson-Konzern verkauft wurde.

Unternehmensgeschichte

Um die Jahrhundertwende arbeiteten in Deutschland zwei Gruppen von Forschern an der Entwicklung von Techniken zur drahtlosen Nachrichtenübermittlung. Die eine Gruppe um Adolf Slaby und Georg Graf von Arco entwickelte im Auftrag der deutschen Marine für die AEG, die andere unter Karl Ferdinand Braun im Auftrag des deutschen Heeres für Siemens. Als die beiden Firmen begannen, sich um die Patente zu streiten, schlichtete Kaiser Wilhelm II.. Auf dessen Drängen gründeten beide Firmen am 27. Mai 1903 die Firma Gesellschaft für drahtlose Telegraphie m. b. H., die die strittigen Patente und Techniken erhielt. Diese wurde dann am 17. April 1923 die Firmierung in Telefunken, Gesellschaft für drahtlose Telegraphie umbenannt. Im Zweiten Weltkrieg war Telefunken führender Lieferant von Radargeräten. Telefunken war jahrzehntelang mit dem Tochterunternehmen Teldec auch einer der größten deutschen Schallplattenkonzerne. Mit den Modellen TR 4 und TR 440 wurden bei Telefunken Rechenanlagen entwickelt, die in den Jahren 1962 bis etwa 1985 an vielen deutschen Universitätsrechenzentren im Einsatz waren. Die Rechnerentwicklung wurde bei der Auflösung von AEG-Telefunken an die Computer-Gesellschaft Konstanz (CGK) ausgegliedert.

Literatur


- M. Friedewald: Telefunken und der deutsche Schiffsfunk 1903–1914. In: Zeitschrift für Unternehmensgeschichte 46. Nr. 1, 2001, S. 27-57
- M. Fuchs: Georg von Arco (1869–1940) – Ingenieur, Pazifist, Technischer Direktor von Telefunken. Eine Erfinderbiographie. Verlag für Geschichte der Naturwissenschaften und der Technik, Berlin und Diepholz 2003
- L. U. Scholl: Marconi versus Telefunken: Drathlose Telegraphie und ihre Bedeutung für die Schiffahrt. In: G. Bayerl, W. Weber (Hrsg.): Sozialgeschichte der Technik. Ulrich Troitzsch zum 60. Geburtstag. Waxmann, Münster 1997 (Cottbuser Studien zur Geschichte von Technik, Arbeit und Umwelt, 7)
- Telefunken Sendertechnik GmbH: 90 Jahre Telefunken. Berlin 1993
- E. Thiele (Hrsg.): Telefunken nach 100 Jahren: Das Erbe einer deutschen Weltmarke. Nicolai, Berlin 2003
- Reinhard Klein-Arendt: Die Funkstation Nauen bei Berlin. In: Ulrich van der Heyden, Joachim Zeller (Hg.) „... Macht und Anteil an der Weltherrschaft.“ Berlin und der deutsche Kolonialismus. Unrast-Verlag. Münster 2005, ISBN 3-89771-024-2

Weblinks


- [http://www.telefunken.de/ Telefunken]
- [http://www.preussen-chronik.de/episoden/008770.jsp 1903: Wilhelm II. gründet die Firma Telefunken]
- [http://www.heise.de/ct/04/08/056/ Synergien zerbröselt. Das Lehrstück Telefunken]. c't 8/2004, S. 56 (Geschichte des Unternehmens) Kategorie:Unternehmen (Frankfurt am Main) Kategorie:Elektronikhersteller

British Broadcasting Corporation

Die British Broadcasting Corporation (BBC []) ist eine britische Rundfunkanstalt, die mehrere Hörfunk- und Fernsehprogramme betreibt.

Geschichte

Die BBC wurde am 18. Oktober 1922 von John Reith in London als unabhängiger Radiosender gegründet. Die erste Ausstrahlung eines Programms fand am 24. November 1922 aus einem Londoner Studio statt, einige Tage später wurde auch aus Birmingham und Manchester gesendet. Reiths Vision war ein Sender, der neben Bildung und Information auch Unterhaltung bieten sollte und dabei unabhängig von der Regierung und von Werbung sein sollte.
- 1925 konnte der Versorgungsbereich durch Inbetriebnahme eines Langwellensenders in Daventry auf fast die gesamte Insel ausgedehnt werden.
- 1927 wurde die British Broadcasting Company, nachdem ihr die Royal Charter (ähnlich dem deutschen Rundfunkstaatsvertrag; regelt Programmauftrag, Struktur und Finanzierung der Anstalt) erteilt wurde, in British Broadcasting Corporation umbenannt. John Reith wurde 1940 in den Adelsstand erhoben.
- 1932 startete die BBC die ersten regelmäßigen Kurzwellensendungen. Heute sendet der BBC World Service in 43 Sprachen über Kurzwelle und Satellit.
- Die erste Fernsehausstrahlung der BBC fand am 2. November 1936 statt. Die BBC wird fast ausschließlich durch Rundfunkgebühren finanziert, ähnlich wie öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten im deutschsprachigen Raum. Seit etwa 2000 stellt die BBC ihre Programme auf über Kabel, Satellit und Antenne empfangbare digitale Formate (DVB, DAB) und DVB-T) um. Diese Umstellung macht die Einführung einer Reihe neuer Sender (BBC Three, BBC Four, CBeebies, CBBC und BBC Prime) möglich. Ab 2009 soll ausschließlich digital ausgestrahlt werden. Durch die Affäre um den Tod des Biowaffenexperten David Kelly im Juli 2003 geriet die BBC-Berichterstattung unter Druck. Die Untersuchungskommission zum Selbstmord von Kelly hatte einen BBC-Beitrag, der behauptete, dass die Regierung Geheimdienstinformationen über Massenvernichtungswaffen im Irak vor dem Krieg aufgebauscht haben soll, als unhaltbar kritisiert. Die BBC habe wichtige Fakten nicht überprüft und diesen Fehler später nicht eingestanden. Kelly sollte die Informationen für diesen Bericht geliefert haben. Nach der Veröffentlichung der Ergebnisse im Januar 2004 im Hutton-Bericht, entschuldigte sich die BBC mehrmals bei Premierminister Tony Blair. Der damalige BBC-Generaldirektor Greg Dyke übernahm daraufhin die Verantwortung und trat zurück. Im Herbst 2004 beginnt die BBC ihre Archive der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Vorerst werden etwa 2000 größtenteils naturwissenschaftliche Videoclips veröffentlicht. Das Archivmaterial kann unbegrenzt genutzt werden, nur die kommerzielle Nutzung ist untersagt. Die BBC gilt im modernen Medienzeitalter trotz ihrer Vorreiterrolle in der Einführung moderner Technologien (beispielsweise Videotext, Internet, digitale Ausstrahlung) mit ihren zentralistischen und bürokratischen Strukturen sowie einem überdimensionierten Verwaltungsapparat als schwerfällig und teuer. Angesichts dieses Reform- und Verschlankungsbedarfs der BBC kündigte BBC-Generaldirektor Mark Thompson im Dezember 2004 an, dass bis 2007 2.900 Stellen von insgesamt über 27.000 Stellen, 2.500 davon in der Verwaltung, gestrichen würden. Ferner kündigte er Einsparungen von 320 Millionen Pfund pro Jahr an, die vor allem der Programmgestaltung zugute kommen sollen. Etwa 1.800 Mitarbeiter sollen in ein neues Funkhaus nach Manchester umziehen. [http://news.bbc.co.uk/2/hi/entertainment/4074741.stm] Anfang März 2005 entschied die britische Regierung, die Royal Charter, die Ende 2006 ausläuft, um zehn Jahre zu verlängern [http://www.zeit.de/2005/09/bbc_charta]. Das Prinzip der Gebührenfinanzierung soll dabei vorerst bestehen bleiben. Außerdem sollen Management und das Aufsichtsgremium der BBC reformiert werden.

Hintergrund zum Status der BBC

Die BBC war anfangs auch stark auf die Informationsversorgung der britischen Kolonien und der Commonwealthstaaten ausgerichtet. Ab 1932 versorgte der damalige Empire Service diese Gebiete. Der spätere Auslandsdienst BBC World Service verdiente sich aber auch Reputation durch die unabhängige Informationsversorgung von weltweiten Krisen- oder Kriegsgebieten. Dies ist ein grundlegender Unterschied zum deutschen Auslandsprogramm, der Deutsche Welle, welche neben der Nachrichtenversorgung deutscher Hörer im Ausland insbesondere zur Aufgabe hat, Deutschland zu repräsentieren. Darunter zählen vor allen Dingen Kulturberichte und die Näherbringung der deutschen Sprache. Besondere Bedeutung erlangte das deutsche Programm der BBC, das aus dem weltbekannten Bush House in London sendete, in den Weltkriegsjahren zwischen 1939 und 1945. Das gefährliche Abhören von BBC London war in Deutschland meist die einzige Möglichkeit, um an gesicherte Informationen über die Kriegssituation und die Frontlage zu gelangen. Darauf standen hohe Strafen. So wurde beispielsweise der Jugendliche Helmuth Hübener vom Volksgerichtshof wegen Abhörens von Feindsendern zum Tode verurteilt. Er hatte die Radiosendungen mit Durchschlägen auf Flugblätter gedruckt und in Hamburg verteilt. Die tiefen Glockentöne, das damalige Erkennungszeichen von BBC London, wurden zur Legende. Das deutsche Programm der BBC wurde nach über sechzig Jahren aus Kostengründen Anfang der 2000er eingestellt. Im Nachkriegsdeutschland war die BBC Vorbild für den Aufbau eines vom Staat unabhängigen Rundfunksystems. Ein Missbrauch der Medien durch den Staat wie in der NS-Zeit sollte damit verhindert werden. Nach dem Vorbild der BBC entstand in der britischen Zone der NWDR, der mit Hugh Greene anfangs auch einen britischen Intendanten hatte. Ein großer Schwerpunkt der BBC ist die Bildung [http://www.bbc.co.uk/learning/]. Die Anzahl von Bildungssendungen für alle Alterstufen, die im Fernsehen zu sehen oder auf DVD, VHS zu erwerben ist, scheint fast unüberschaubar. Das Niveau und der Anspruch sind meist hoch. Mittlerweile sind einige der BBC-Reportagen auch synchronisiert im deutschen Fernsehen, beispielsweise auf dem Privatsender VOX unter der Bezeichnung BBC Exklusiv, zu sehen. Der gute Ruf im Ausland ist neben den oben genannten Punkten auch auf die qualitativ sehr guten Programme zurückzuführen. Die BBC verkauft weltweit ihre Fernsehsendungen (insbesondere Dokumentationen, Fernsehfilme, Comedyserien) und lizenziert eigenentwickelte innovative Unterhaltungsformate. Im Inland hat die BBC, die weltweit größte gebührenfinanzierte und öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt, immer noch eine nicht zu unterschätzende Medienmacht. Den Hauptanteil der Sendefrequenzen belegt trotz der Einführung eines dualen Rundfunksystems immer noch die BBC. Im Vergleich zu Deutschland sind nur relativ wenige private Rundfunk- und Fernsehprogramme (insbesondere ITV, Channel 4 und der Bezahlfernsehsender BSkyB) lizenziert.

Empfang

Trotz Einstellung der Verschlüsselung im Jahre 2003 gestaltet sich der Empfang der meisten BBC-Sender (bis auf BBC Parlament) problematisch bis unmöglich. Ursache ist die Abstrahlung über Astra 2D auf 28,2 Grad Ost, der sehr stark auf die Britischen Inseln fokussiert ist [http://www.astra.lu/satellites/beam/beamByXpr.php?pos=2&sat=ASTRA+2D&xpr=41,+42,+43,+44,+45,+46,+47,+48,+49,+50,+51,+52,+53,+54,+55,+56]. Östlich der Verbindungslinie Hamburg-Augsburg sind daher unübliche 100 cm-Antennen notwendig, die notwendige GrÃ